Die Gestaltung der Alltagsdinge ist immer wieder als Arbeit an einer humaneren Lebenswelt aufgefasst worden. Die Künstler-Sezessionen der Jahrhundertwende, das Bauhaus oder die HfG Ulm sind nicht die einzigen, wohl aber die prominentesten historischen Beispiele für eine solche Haltung.
Wir möchten uns mit unserer Arbeit dieser Haltung anschließen. Gestaltungsarbeit bedeutet auch für uns, Alltagskultur mit einem menschlichen Antlitz zu realisieren.
Wir streben Objekte an, die eine nachhaltige Beziehung zwischen Mensch und Gegenstand fördern. Gebrauchswert und Anmut sind die beiden wesentlichen Merkmale, um die wir im Gestaltungsprozess ringen. Denn ihre Verschränkung macht einen Gegenstand von kulturellem Wert aus – einen Gegenstand, der sich schneller Vermodung oder der Wegwerfkultur entzieht.
Gebrauchsgegenstände sind Werkzeuge zur Verrichtung alltäglicher Handlungen. Aber nicht nur das: Sie sind auch Träger symbolischer Botschaften. Denn über ihre Dinge kommunizieren die Menschen nonverbal miteinander. Dinge gestalten heisst also auch, Einfluss zu nehmen auf die Beziehung der Menschen untereinander. Wir bemühen uns um einen ästhetischen Ausdruck, der mit den Werten einer humanen, demokratischen und sozial durchlässigen Gesellschaft korrespondiert.
Neuartige Gegenstände sind zumeist Ausdruck und Auslöser gesellschaftlicher Veränderungen. Bei der Entwicklung neuer Produktideen suchen wir nach der Balance zwischen kreativer Neuschöpfung und kultureller Kontinuität. Denn im Respekt gegenüber tradierter Gestaltungsqualität und in der Kenntnis gewachsener Wahrnehmungsmuster liegt der Schlüssel zu kulturellem Fortschritt.
Die Dinge gestalten – für uns heißt das, bewusst Einfluss zu nehmen auf ihren Lauf.